Kalte Temperaturen führen zu Schneefällen am Teide

Endlich. Die Wolken reißen auf – der Teide zeigt sich unverhüllt. Wie gepudert glänzen seine schwarzen Flanken heute im weißen Schnee. Der Vulkankegel ragt aus den Wolken und es sieht so aus, als ob er eine weiße Halskrause trägt. Nach vielen Tagen, ja nunmehr Wochen schlechten Wetters, ein traumhafter Anblick heute am Montag, den 11. Januar 2021.

Ich entscheide mich spontan zu einem Ausflug. Ich möchte sehen, wie viel Schnee liegt und wie es sich dort oben anfühlt. Oben auf 2000 Meter Höhe, wo meist trockenes Klima herrscht. Dort oben, hoch über dem Atlantik, wo die Sonne mit intensiver Strahlkraft und starken UV-Licht die Lippen in kurzer Zeit austrocknet. Wo unvorsichtige ohne Sonnenschutz den Tagesausflug mit Sonnenbrand beenden. Wie ist es also im Winter auf dem Teide?

Von Tacoronte aus fahre ich auf die Autobahn in Richtung Santa Cruz bis zur Ausfahrt La Esperanza. Von dort führt die TF 24 auf einer gut asphaltierten Höhenstrasse durch die Kiefernwälder von Las Lagunetas hinauf zum Vulkan. Bereits ab 1.100 Meter tauche ich in die Wolken ein. Meine aus dem Fenster gestreckte Hand signalisiert mir sehr kühle Luft. Ich kenne die Strecke mit den vielen reizvollen Kurven sehr gut von meinen Motorradfahrten im Sommer. Wenn es warm ist riecht man den intensiven Duft der Kanarenkiefern, die an Mittelmeer erinnern.

Die Zufahrt zum Teide ist gesperrt

Nach ein paar Kilometern in ca. 1.700 Meter Höhe sehe ich viele Autos am Wegesrand stehen. Nanu, warum stehen die da? Bisher ist meine Fahrt Staufrei verlaufen. Jetzt sehe ich es. Die Straße ist an der Abzweigung nach Arafo und Guimar gesperrt! Deshalb parken so viele hier. Die Canarios hatten die gleiche Idee wie ich – hinauf in den Schnee. Klar, wer hier wohnt, wo ganzjährig meist die Sonne scheint und im Durchschnitt 20 C herrschen, ist ein Schneetag etwas ganz Besonderes. Ich steige aus und frage den Beamten an der Absperrung, weshalb zu ist und wann man wieder hochfahren kann. Er sagt mir, dass wegen vereister Fahrbahn gesperrt ist. Man will keine Unfälle riskieren. Mist. Es fehlen noch 15 Km bis zum Teide.

Schranke zur Strassensperre mit Einbahnstrasseschild
Am Straßenrand geparkte Autos
Ich entscheide mich für ein bisschen Bewegung und laufe, wie alle anderen, die Straße entlang. Es fühlt sich an wie in Deutschland an einem nassen Novembertag. Kalt und feucht. Die Temperatur liegt unter dem Gefrierpunkt. Ich befinde mich mitten in den Wolken, was so anfühlt, als wenn man beim Skifahren wäre. Die Canarios haben ihre Kinder und Hunde mitgebracht und führen sie Gassi. Die Bekleidung reicht von Polarjacke bis zur kurzen Sporthose. Nach ein paar hundert Metern bergauf ist es soweit: Schnee! Handfester Schnee auf der Straße und im Wald. Offensichtlich sind die Spaziergänger begeistert und die Kinder werfen Schneebälle. Ich drehe wieder um, weil es zu weit ist, um aus den Wolken zu kommen und es somit weder eine Aussicht aufs Meer noch auf den Teide gibt. Vom Beamten an der Straßensperre lasse ich mir die Telefonnummer der zentralen Strassenverwaltung geben, um mich vor meinem nächsten Ausflug vorab zu informieren ob die Straßen geöffnet sind. Die Nummer gebe ich gerne hier weiter.
4 junge Männer stehen mitten auf einer Autostrasse in einem Kiefernwald. Es liegt Schneebrocken auf der Strasse
Auf der Website zur Information über die Straßen auf Teneriffa finden sich Webcams und Information zu Störungen auf den Straßen.

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